Bist du Gründer, Jungunternehmer oder gestandener Unternehmer, der seit vielen Jahren am Markt tätig ist, hast du immer das gleiche Problem – Geldbedarf in der Start- und Expandierungsphase.

Aber alles kein Problem, glaubt man den in Hochglanzbroschüren geschriebenen oder in als Endlosschleife laufenden Radiospots erzählenden Beschreibungen über Finanzierungsmöglichkeiten für jedermann. Nadine Antic von der Globelflow GmbH, beschreibt wie toll das Gründen in Baden-Württemberg ist. Vor allem wenn die L-Bank oder auch KfW mit im Boot ist. Oder die Körnerdruck, die mittels L-Bank-Darlehen expandieren konnte. Ich kann es nicht mehr hören!

Das Problem bei der ganzen Geschichte sind nicht fehlende motivierte Gründer, Unternehmer oder die Bereitschaft der L-Bank bzw. KfW in z.B. Gründer zu investieren! Sondern?

Finde mal eine Hausbank, die den Mut hat sich auf diese Kunden und deren Ideen oder Vorhaben einzulassen. Wann traut sich eine Bank oder Sparkasse in Jungunternehmer zu investieren, die trotz einiger geschäftspolitischer Fehlentscheidung mit vollem Auftragsbuch und existierendem Kundenstamm dar stehen?

Rolf Miller, der Kabarettist, hat mal in einem seiner Programme richtig gesagt, wenn du heutzutage Geld bei der Bank aufnehmen willst, musst du erstmal nachweisen, dass du gar keines brauchst!

Die Entwicklungen in der Bankenwelt nach dem Crash in 2008, die Vorgaben aus Basel II und III, MaRisk, Compliance etc. wurden erlassen um die Fehlentwicklungen, die von übermotivierten und geldgeilen Großbänkern verschuldet wurden, künftig zu verhindern. Und was ist nun das Ergebnis…?

Den regional tätigen Banken und Sparkassen wurde ein System aufgezwungen, hinter dem es sich nun sehr leicht verstecken lässt. „Ich bekomme leider kein ausreichendes Rating hin!“; „Ihr Scoring reicht leider nicht aus!“ höre ich bei den Gesprächen mit Entscheidungsträgern derzeit immer wieder. Wo ist das unternehmerische Bauchgefühl geblieben, dass für die Verwirklichung von Gründungs- oder Unternehmensvisionen notwendig ist??? Es ist unter den ganzen Vorschriften, Verordnungen und Erlassen verschüttet worden und liegt brach.

Lustiges und zugleich trauriges Beispiel für die heutige Kreditvergabe. Einer meiner Kunden musste für die Gewährung eines Dispokredits in Höhe von 16.000 Euro eine Spareinlage in Höhe von 16.000 Euro an die Bank oder Sparkasse abtreten. Somit hat der Kunde sein eigenes Geld von der Bank geliehen bekommen um dafür dann noch den nicht unwesentlichen Zinssatz für Dispokredite bezahlen zu dürfen. Was es derzeit für Einlagen bei Banken und Sparkassen gibt, brauche ich nicht extra zu erwähnen, oder?

Volksbanken wollen mit Werten und der genossenschaftlichen Beratung wieder Boden gewinnen. Sparkassen legen großen Wert auf die ganzheitliche Beratung. Und alle stellen sich so regional und kundennah in der Außenwirkung dar. Ich spüre davon leider nichts.