Arbeitsplätze sind in Gefahr

Welche Auswirkungen hat das Thema Unternehmensnachfolge auf die Arbeitsplätze in Deutschland? Quelle IFM Bonn.

Nach neuesten Schätzungen des IfM Bonn werden im Zeitraum 2018 bis 2022 in Deutschland gut 150.000 Familienunternehmen  zur Übergabe anstehen. Baden-Württemberg gehört hierbei zu den Bundesländern, in denen  die meisten Übergaben anstehen.

Einen detaillierten Blick auf den Bestand der Unternehmen relativiert den Bundesländervergleich. Der deutschlandweite Gesamtbestand ist ein wesentlicher Einflussfaktor für die Anzahl derjenigen Unternehmen, die mit der Nachfolgefrage konfrontiert sind.

Daher ist es zweckmäßig, für den Vergleich auf Länderebene auch den jeweiligen Unternehmensbestand zu berücksichtigen und auf dieser Grundlage die Anzahl der Unternehmensübergaben je 1.000 Unternehmen zu berechnen. Dadurch ergibt sich ein völlig anderes Bild:

Die Stadtstaaten Bremen und Hamburg stehen zusammen mit Niedersachsen an der Spitze der Statistik und überflügeln den bundesweiten Gesamtdurchschnitt von 43 Übergaben je 1.000 Unternehmen. In Bremen sind es 50 Übergaben , in Hamburg 47 Übergaben und in Niedersachsen 46 Übergaben je 1.000 Unternehmen. Deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt liegen die ostdeutschen Bundesländer. Die Bandbreite zwischen dem Land mit den anzahlmäßig geringsten Übergaben (Brandenburg) und dem mit den meisten Übergaben (Bremen) liegt bei 14 Übergaben je 1.000 Unternehmen. Anders ausgedrückt: In Bremen müssen sich 1,4 Mal so viele Unternehmen  wie in Brandenburg mit dem Thema Übergabe auseinander setzen.

Die Unternehmengröße ist entscheidend

Ausschlaggebend für die Diskrepanzen zwischen den Ländern sind die Unterschiede in der Größenstruktur der Unternehmen in den einzelnen Länder. Dies wird durch die Tatsache verdeutlicht, dass anstehende Übergaben vor allem in Unternehmen mit 500.000 € bis 10 Mill. € Jahresumsatz zu erwarten sind. Anders sieht es in den anderen Größenklassen aus: Während bei den kleinen Unternehmen (= 100.000 € Jahresumsatz) es häufig an einer zu übergebenden Substanz fehlt, lassen sich in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 10 Mill. € und mehr nur noch vergleichsweise wenige Familienunternehmen finden, in denen sich überhaupt die Nachfolgefrage stellt.

Da es in Bremen und Hamburg mehr solcher mittelgroßen Unternehmen gibt als in anderen Bundesländern, stechen die Stadtstaaten in dieser relativen Betrachtung heraus.  Einen überdurchschnittlich hohen Anteil der mittelgroßen Unternehmen weisen zudem Niedersachsen und Saarland  sowie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf.

Von Unternehmensübergaben berührte Arbeitsplätze

Nach aktuellen Schätzung des IfM Bonn für den Zeitraum 2018 bis 2022  sind deutschlandweit in den zur Übergabe anstehenden Unternehmen rund 2,4 Millionen Arbeitnehmer angestellt. Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass aufgrund des unterschiedlichen Unternehmensbestandes absolut gesehen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg die meisten Arbeitsplätze berührt sind.

Werden die von der Nachfolge berührten Arbeitsplätze am jeweiligen Unternehmensbestand relativiert, steht abermals  Bremen mit 1.076 Mitarbeitern je 1.000 Unternehmen mit Abstand an der Spitze, gefolgt von Hamburg (845). Werte von über 750 von Übergaben betroffenen Mitarbeitern je 1.000 Unternehmen und damit noch über dem Bundesdurchschnitt von 685 je 1.000 weisen Baden-Württemberg, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen auf. Die Schlusslichter bilden Berlin (498), Brandenburg (504) und Sachsen (532).

 

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